BretterWelt spielt "Die zwölf Geschworenen"

Nach zwei Komödien hat sich BretterWelt in diesem Jahr wieder ein Schauspiel vorgenommen. Es ist die Bühnenfassung von Reginald Roses "Die zwölf Geschworenen" in der Übersetzung von Horst Budjuhn. Die Veranstaltung findet außerhalb des Jahresprogramms von K4 statt: am 16.11. (Premiere), am 22. u. 23.11., jeweils um 19.30 Uhr in der Agora des Schulzentrums Uetze. Der Vorverkauf ist bei Schüler/asnet in Uetze und in Hänigsen. Die Karten kosten 12 und ermäßigt 6 €.

Außerdem ist ein Gastspiel in Brome am 30.11., 19.30 Uhr im Remmlerhof, Bahnhofstr. 4b geplant.

Reginald Rose (1920 -2002) war us-amerikanischer Drehbuchautor und Bühnenautor. Er bevorzugte umstrittene und politische Fragestellungen. Sein sachlicher Stil hatte Einfluss auf US-Fernsehserien der 50er Jahre. Sein berühmtestes Werk war das Justizdrama "Die zwölf Geschworenen", das er ursprünglich als Fernsehspiel geschrieben hatte. Weltberühmt wurde dann die Verfilmung 1957 in der Regie von Sidney Lumet mit Henry Fonda in der Hauptrolle.

Rose erhielt viele Auszeichnungen, darunter mehrere Emmy Awards.

In Deutschland ebnete Hans Schweikarts Münchener Inszenierung 1958 den Weg auf die deutschsprachigen Bühnen; danach folgten Hunderte von Aufführungen.

Zwölf Menschen, wahllos aus dem New Yorker Adressbuch ausgesucht, müssen nach dem Gerichtsprozess in einem geschlossenen Raum zu einem einstimmigen Urteil kommen, ganz egal, wie lange das dauert. So sieht es das amerikanische Gerichtsverfahren vor. Ohne diesen einstimmigen Beschluss darf kein Richter einen Angeklagten auf den elektrischen Stuhl oder lebenslänglich ins Zuchthaus schicken. Das ist die ethische Verpflichtung, die die Geschworenen zum Teil schmerzhaft spüren, so wie eine Person es formuliert: "Es ist möglich, dass wir einen Verbrecher in die Gemeinschaft zurückführen. Wer will dafür garantieren? Aber wir haben einen begründeten Zweifel ("reasonable doubt"), und darin liegt eine unschätzbare Sicherheit für unser ganzes System. Verstehen Sie, was das heißt? Wir dürfen zweifeln. Unsere Freiheit beruht darauf." Der österreichische Schriftsteller Hans Weigel hat für die österreichische Erstaufführung folgendes geschrieben: "Hier diskutiert am simplen Fall die Demokratie sich selbst, geht bei sich selbst in die Lehre, gewinnt fundamentale Einblicke in ihr Wesen, ihre Größe und ihre Gefährdung, und das alles ganz und gar ohne lehrhafte Gemeinplätze, nur an Hand eines spannenden Kriminalfalles. Wo gibt´s das sonst?

Mit diesem Stück stellt der Autor das amerikanische Gerichtsverfahren zur Diskussion. Bei Psychologen und Soziologen gilt das Stück bis heute als ein Musterbeispiel für gruppendynamische Prozesse, von Rollen-und Gruppenverhalten insgesamt.

Das Stück ist ausschließlich mit Männern besetzt und wird der heutigen Situation der Geschlechter nicht mehr gerecht. So haben wir 6 Rollen dort, wo es sinnvoll war, mit Frauen besetzt. Birgita Habermann wird die Rolle, die Henry Fonda im Film spielt, übernehmen. Thomas Stolze wird neben der Regie nach längerer Zeit wieder eine wichtige Rolle spielen. Außerdem spielen Elena Korn, Fabian Gelin, Birgit Rode, Felix Finger, Justin van Wanrooig, Klaus-Peter Großmann Leon Fauth ,Lara Sophy Gieschen, Antonia Molle, Josefine Kaltmaier und Jürgen Schmidt.


Aufführungen

(Beginn jeweils um 19:30 Uhr):

Agora des Schulzentrums Uetze:

Remmler Hof, Brome: